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Presse "FH-Campus ist der letzte Kraftakt"

Noch einmal greift die Stadt in die Tasche: 19,62 Millionen Euro kostet der neue FH-Campus in Eggenberg, der im Herbst 2004 fertig ist.

Damit stoßen wir an unsere finanziellen Grenzen", lässt Finanzstadtrat Siegfried Nagl bei der Präsentation der wahrscheinlich letzten architektonischen Großtat der Stadt für die nächsten Jahre wissen. Und es fällt ihm sichtlich nicht leicht, einen derartigen Finanzbrocken aus der städtischen Schatzkiste zu zaubern. Denn 19,62 Millionen Euro kostet der Campus der Fachhochschule, der ab März 2003 bei der Eggenberger Allee aus dem Boden gestampft wird und bereits im September 2004 in Betrieb gehen soll. Strenge finanzielle Vorgaben, die laut Bürgermeister Alfred Stingl keinesfalls überschritten werden dürfen. Wobei Heinz Weiglein, Leiter der Grazer Bau- und Grünlandsicherungsgesellschaft, hofft, "eine gute Mischung aus großem Architekturwerk und Schulgebäude gefunden zu haben".

Die Anlage entsteht auf einem 17.000 Quadratmeter großen Grundstück. Auf 8500 Quadratmetern werden die Bibliothek, ein Auditorium maximum mit Platz für 350 Besucher, das Luftfahrtlabor und eine vom Zentralbau abgesetzte Mensa untergebracht, die laut Architekt Thomas Zinterl, der sich in einem EU-weiten Wettbewerb gegen 16 Mitbewerber durchsetzen konnte, für den ganzen Stadtteil eine wichtige Funktion einnehmen soll. Neben weiteren Hörsälen und Studierzonen für die neuen FH-Lehrgänge Fahrzeug- und Luftfahrttechnik findet im Gebäude die gesamte FH-Leitung einen Platz.

Dass die Belastung für die Anrainer damit größer wird, ist allen klar. Laut Stingl musste das Projekt geändert werden, um wenigstens 107 Tiefgaragenplätze und einige Stellplätze an der Oberfläche für Studenten und Mitarbeiter zu schaffen. Was dringend notwendig ist, denn "obwohl zwei Straßenbahnlinien direkt zur FH fahren, ist der Pkw-Andrang so groß, dass es für die Bevölkerung ein untragbarer Zustand ist", kritisiert Stingl.

Der Bereich an der Eggenberger Allee bleibt vorerst unverbaut. Das Projekt Zinterls beschreibt zwar einen Baublock an der Straße, an den sich die Stadt aber derzeit aus Geldmangel nicht wagt. Laut Weiglein denke man aber daran, den Bereich in Zukunft zu nutzen; für Büros, Shops, Wirtschaft und Kultur.

Kleine Zeitung, 29. Mai 2000
Autor: Thomas Stanzer