| Tagung im Urban-Begleit-Netzwerk Urbact
Vertreter aus zwölf europäischen Städten, die mit EU-Programmen wie Urban entwickelt werden, tagen seit gestern in Gera. Sie vereint das Urban-Begleit-Netzwerk Urbact, das sich mit der öffentlich-privaten Partnerschaft bei der Stadtentwicklung befasst.
Erstmals ist Gera Gastgeber für dieses Netzwerk. Die Gäste informierten sich gestern über das Urban-Objekt Volkshochschule und über das mit privaten Finanzen um- und ausgebaute Hofwiesenbad. Gera in der Gründerzeit lernten sie bei einem Stadtrundgang kennen. Wie Schulen als öffentliche Einrichtungen mit Hilfe eines Privatinvestors saniert werden können, erfuhren sie am Beispiel der Lutherschule. Schulleiter Wolfgang Heinig stellte das seit einem Jahr als SBBS Bau genutzte historische Gebäude vor. Bernd Kriebitzsch, Leiter von Geras Zentraler Grundstücks- und Gebäudewirtschaft, rechnete den Netzwerk-Mitgliedern das Finanzierungsmodell mit privaten Mitteln vor.
"In einer Zeit knapper Budgets ist diese Art Schulsanierung interessant", überlegte Alexander Ferstl beim Rundgang durch die Schule. Er vertritt das österreichische Graz, wo das Netzwerk bereits tagte und wo vorerst alte Wirtschaftsgebäude wieder nutzbar gemacht werden.
Schulverwaltungsamtsleiter Jürgen Fischer verwies auf die Notwendigkeit, Gera als Berufs-schul-Standort zu entwickelt. Private Investitionen als eine Variante zur Finanzierung weiterer Schulsanierungen werden derzeit geprüft, informierte Bürgermeister Norbert Kein (CDU). Heute wird die Netzwerktagung fortgesetzt, u.a. mit einem Planspiel zur Umgestaltung der Bahnbrache Sachsenplatz.
Ostthüringer Zeitung (OTZ), Zeitung für Gera und Umgebung, 03. September 2004 |